Beim Wachsen zusehen

17.09.2021 | Timo Züst
chäferfescht
Posieren fürs Jubiläumsfoto: Präsident Danilo Just, Kunde Christoph Renn mit seiner Ellie, Revierförster Thomas Wenk, die Vorstandsmitglieder Anja Bühler, Nicole Bogo und Nadja Steinemann Grünig (v.l.n.r. / hintere Reihe) Vorstandsmitglied fehlt: Nina Fischer. Vorne zwischen den Kindern: Mutter Regula Müller und Kita-Leiterin Andrea Singer (rote Jacke). Foto: tiz Die Kinderkrippe Chäferfäscht wurde heuer 20 Jahre alt. Eigentlich hätte der Verein dieses Jubiläum gerne mit einem Fest gefeiert – die anhaltende Pandemie verunmöglichte das aber. Stattdessen werden die Kunden mit einem Symbol des Wachstums beschenkt: eine kleine Rottanne. Die Jeans der zweieinhalbjährigen Johanna sind mit Flecken übersäht. Sie sind dunkelbraun. An diesen regnerischen Tagen haftet die feuchte Erde besonders gut am Stoff. Das pinke T-Shirt wäre eigentlich noch sauber gewesen. Bis Johanna sich den Daumen daran abwischt. Er hinterlässt einen blauen Striemen. Die Farbe stammt von dem bunten Papier, das die Chäferfäscht-Kinder um die PET-Töpfchen der kleinen Rottannen gewickelt haben. Während des Posierens für das Foto wurde es nass und färbt nun leicht ab. Mutter Regula Müller stören die schmutzigen Kleider der Töchter – auch Johannas kleines Schwester Magdalena ist hier – nicht. Im Gegenteil: «Genau so sollen sie heimkommen: dreckig und mit tollen Erlebnissen, die sie teilen wollen.» Regula Müller und Christoph Renn sind Kunden des «Chäferfäschts». Sie und ihre Kinder kommen mit auf das Foto, das hier heute zum Anlass des 20-jährigen Jubiläums geschossen wird. Und sie haben nur Gutes über die Kinderkrippe zu berichten. «Wir sind sehr froh, dass es dieses Angebot gibt. Ohne ginge es schlicht nicht. Und Ellie ist immer glücklich, zufrieden und müde, wenn sie nach Hause kommt», sagt Christoph Renn. Regula Müller erinnert sich noch gut an die Argumente, die damals für die Wahl des Chäferfäschts als die Kita von Johanna sprachen: «Nur schon das heimelige Gebäude hat uns gefallen. Aber auch die durchgehenden Öffnungszeiten während der Ferien, die Nähe zur Natur bzw. das Draussen sein und die Küche vor Ort waren ausschlaggebend.» Die beiden sind nicht die einzigen zufriedenen Kunden. Das «Chäferfäscht» feiert heuer sein 20-jähriges Jubiläum. Mittlerweile ist aus dem Eltern-Projekt ein professioneller Betrieb mit 14 Angestellten (10 Vollzeitstellen) und 34 Betreuungsplätzen (ca. 70 Kinder) geworden – und die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Ein Tännchen zum Mitnehmen «Das macht am meisten Sinn. So haben die Familien mindestens irgendwann noch einen Weihnachtsbaum.» Auch Revierförster Thomas Wenk ist heute mit von der Partie. Das Forstamt ist direkter Nachbar des «Chäferfäschts» und hat die Bäumchen gesponsort. Es handelt sich dabei um Rottannen aus einer Schweizer Baumschule. Sie wachsen pro Jahr an die 30 Zentimeter. In sechs Jahren könnten aus den kleinen Setzlingen also prächtige Weihnachtsbäume werden. Wo sie aufwachsen, entscheiden die Gastgeber-Familien. «Wir werden im kommenden Frühjahr wohl einen Aussetztag organisieren. Wer will, kann sein Bäumchen dann irgendwo mit dem Forstamt Teufen im Wald einsetzen. Aber natürlich darf es auch im Garten bleiben», sagt Danilo Just. Der Vereinspräsident freut sich über die gelungene Aktion. Immerhin etwas. «Natürlich ist es trotzdem schade, dass wir das Fest absagen mussten.» Die kleinen Tannen passen aber ganz gut zum «Chäferfäscht»: Auch in der Kinderkrippe geht es um Wachstum und Entwicklung. «Wir unterschätzen nach wie vor, wie wichtig diese vorschulische Phase für unsre Kinder ist. In dieser Zeit sind sie völlig unbekümmert, probieren alles Mögliche aus und lernen dabei unglaublich viel.» Das «Chäferfäscht» ist inzwischen ein essenzieller Bestandteil der ausserschulischen Kinderbetreuung im Dorf. Ab 3 Monaten sind die Kleinen willkommen. Oft sind sie bis zur 1. oder 2. Klasse regelmässig hier. Besonders der Mittagstisch wird in dieser Übergangsphase sehr geschätzt. «Für viele Kinder ist der direkte Wechsel in den schulische Tagesstruktur dann noch etwas heftig. So können wir ihnen den Übergang erleichtern», sagt Kita-Leiterin Andrea Singer. Potenzial noch nicht ausgeschöpft Das «Chäferfäscht» hat seine Kapazität bereist mehrmals erhöht. Im Jahr 2009 wurden zudem bauliche Anpassungen vorgenommen, um die Räumlichkeiten noch besser nutzen zu können. Trotzdem wird der Platz schon bald wieder knapp. «Das Angebot ist nach wie vor sehr gefragt. Die vorausschauende Planung ist deshalb sehr wichtig», sagt Danilo Just. Der Kita ging es seiner Ansicht nach noch nie besser: Ausreichend Kundschaft, ein vollständiges und funktionierendes Team, stabile Finanzen. «Das alles zeigt, dass das Angebot weiter sehr gefragt ist und wir auf dem richtigen Weg sind.» Wie genau sich das «Chäferfäscht in den kommenden Jahren entwickeln wird, ist noch offen. Klar ist: Die Eltern sollen ihre Kinder beim Abholen auch in Zukunft mit dreckigen Jeans und strahlenden Augen antreffen.  tiz

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